Russel Fjord

Stöffu hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass auch Yakutat nicht gefahrlos ist und eines Tages einmal überschwemmt werden könnte. Schuld daran ist nicht etwa die Klimaerwärmung, sondern einer der am schnellsten wachsenden Gletscher der Welt. Dies ist der Hubbard Gletscher (Glacier) und der befindet sich nicht sehr weit von Yakutat weg – die grossen Kreuzfahrtschiffe gehen den ja immer anschauen. Habe mich schon seit Jahren damit beschäftigt – hier nun ein kleiner Bericht.

Die Situation:

2009-03-31_Verschluss_Hubbard_Glacier

In den Russel Fjord münden einigen Bäche und Flüsse – einer ist der Alsek River und der ist nicht gerade klein. Den Alsek seht ihr hier: http://www.sf.adfg.state.ak.us/region1/salmon/alsek.cfm

Je nachdem wie hoch der Fjord verschlossen wird, könnte der Fall eintreten, dass das Wasser im Russel Fjord so weit ansteigt, dass er sich durch den Situk und über das Hinterland inkl. Yakutat entleeren könnte. Da es sich dabei um einen grossen Anteil an Salzwasser handeln würde, käme dies für den Situk und die beiden Seen einer ökologischen Katastrophe gleich – abgesehen davon, was die Einwohner erleiden müssten.

Der letzte Verschluss war im Jahre 2002. Mein Vater und ich waren damals dort, haben aber nichts mitgekriegt. Eine knappe Woche nach unserer Abreise brach der Fjord dann durch. Damals stieg der Wasserspiegel des Russel Fjords um ganze 19 Meter an. Das Hinterland von Yakutat und vor allem der Situk River waren damals noch nicht betroffen – es war aber knapp, weil ab 25 Metern es dann brenzlig wird. Hier ein Link zu einigen Bildern mit einer guten Beschreibung, damit ihr sehen könnt, um was es geht:

http://www.fs.fed.us/r10/tongass/forest_facts/photogallery/hubbard_photos.html

Das Phänomen ist nicht neu. Man geht sogar davon aus, dass der heutige Flusslauf des Situk von einer solchen Überschwemmung/Abfluss gebildet wurde. Früher soll der Flusslauf im oberen Teil ganz anders verlaufen sein – übrig davon ist noch der Flusslauf des „Old Situk“ – heute ein Nebenarm des Situk.

Diese Gefahr ist in Yakutat permanent vorhanden und nun, da die letzten zwei Winter äusserst streng und lange waren, wird wohl mit einem erneuten Verschluss der Meerenge gerechnet. Der Gletscher wird permanent überwacht und es existieren Berichte vom 2002, wo darüber nachgedacht wird, bei einem erneuten Verschluss vom Militär einen Durchgang durchs Eis sprengen zu lassen. Eine Version schlägt sogar vor, einen Abflusstunnel durch den Berg zu bauen (den habe ich nicht eingezeichnet), um Yakutat und den Situk nachhaltig zu schützen.

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